Die Betrüger verwenden oft gefälschte Online-Plattformen, die den Handel mit Kryptowährungen nur vortäuschen. Diese Plattformen sind professionell gestaltet und erwecken den Anschein eines seriösen Handelsplatzes. Sie verfügen über alle Funktionen, die man von einer echten Handelsplattform erwarten würde: Echtzeit-Kurse, interaktive Charts, Nachrichten-Feeds, Analysetools und ein professionelles Design. Die Opfer überweisen Euro auf ausländische Konten und verfolgen auf der Plattform das vermeintliche Wachstum ihres Guthabens.
Über einen langen Zeit-raum wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Die Betrüger nehmen regelmäßig Kontakt zu ihren Opfern auf, geben Tipps, teilen angebliche Insider-Informationen und bauen eine persönliche Beziehung auf. Sie investieren Zeit und Mühe, um das Vertrauen zu gewinnen. In manchen Fällen wird sogar eine romantische oder freundschaftliche Beziehung vorgetäuscht, um die emotionale Bindung zu verstärken. Diese Methode wird als „Romance Scam“ oder „Pig Butchering“ bezeichnet und ist besonders perfide, da sie die emotionalen Schwachstellen der Opfer ausnutzt.
Fordert das Opfer eine Auszahlung, wird der Kontakt abgebrochen oder es werden immer neue Gebühren verlangt, bis das Opfer den Betrug erkennt. Plötzlich werden Steuern fällig, die im Voraus bezahlt werden müssen, Versicherungsprämien, Sicherheitsleistungen oder andere erfundene Kosten. Die Opfer, die verzweifelt ihr Geld zurückhaben möchten, zahlen in der Hoffnung, dass danach tatsächlich eine Auszahlung erfolgt. Doch die Forderungen hören nicht auf, bis das Opfer entweder kein Geld mehr hat oder den Betrug realisiert.
In manchen Fällen wird sogar eine teure Uhr oder ein anderer Luxusgegenstand als Sicherheit gefordert. Die Betrüger erfinden immer neue Gründe, warum zusätzliche Zahlungen notwendig sind. Sie nutzen die Verzweiflung und die Hoffnung der Opfer aus, um noch mehr Geld zu erpressen. Erst wenn das Opfer vollständig ausgeblutet ist oder den Betrug erkennt, bricht der Kontakt endgültig ab, und die vermeintlichen Berater sind nicht mehr erreichbar.
Die Suche nach den Tätern ist oft schwierig, da sie ihre Spuren im Internet geschickt verwischen. Sie nutzen gefälschte Identitäten, Proxy-Server, VPNs und andere Techniken, um ihre wahre Identität und ihren Standort zu verschleiern. Die Transaktionen mit Kryptowährungen erfolgen über die Blockchain, die zwar transparent ist, aber die Identitäten hinter den Wallet-Adressen zunächst verborgen bleiben. Die Täter nutzen zudem Mixer oder Tumbler, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern, sowie Privacy Coins, die zusätzliche Anonymitätsschichten bieten.